Aufgrund des Bündnisses mit den Griechen auf Vis verfügten die Römer nun über einen Stützpunkt an der Adria, und es reizte sie, ihren Machtbereicht über die gesamt Adria auszudehnen. Nach hitzigen Kämpfen zwangen die Römer die Ardeerkönig Teuta zur übergabe, sie musste ihnen daraufhin einen Teil ihres Besitztums abtreten und sich vom Bündnis mit den Liburnern und den Griechen von Pharos lossagen, so dass gleichzeitig auch die Liburner und Griechen die Oberherrschaft Roms anerkennen mussten. Die Gebiete der Adriaküste und der Inseln, die an die Römer gefallen waren, wurden bedeutende Ausgangspunkte für das weitere Eindringen der Römer in diese Bereiche
Die Gefahr erkennend einigten sich die bis dahin zerstrittenen illyrischen Stämme und trafen Vorbereitungen, sich von den Römern zu befreien. Zur gleichen Zeit erneuerten die Römer aber die verfallen griechischen Befestigungen und bauten viele neue, vornehmlich auf den Inseln. Es ist anzunehmen, dass einer dieser Flottenstützpunkte schon im 2. Jh. v. Chr. an der Stelle, wo sich heute die Stadt Rab befindet, errichtet wurde. Trotz dieser Vorkehrungen lehnten sich die Illyrer zwei Jahrhunderte lang gegen die römische Herrschaft auf, doch wurde ihr letzter Aufstand im Jahre 9 von den Römern blutig niedergeschlagen.
Der römische Kaiser Oktavian Augustus wandelte die gewöhnlichen römischen Siedlungen der Stadt Rab in römische Munizipien um, ebenso ließ er um die Stadt Mauern ziehen und Wehrtürme errichten. So wird Rab ein Rom in kleinen. Es erhält eine Verfassung, einen Stadtverwaltung, einen Stadtkämmerer, einen Plätze, Gerichtsstätten Bäder, Wasserleitungen, Theater u.ä. erbaut. Von all diesen Bauten finden wir heute nur noch wenig vor. Man stößt auf Inschriften - etliche sind auch abhanden gekommen - die die bedeuternsten Ereignisse dieser Zeit erwähnt. Einige überbleibsel aus jener Zeit wurden im Mittelalter in Bauwerke wie Glockentürme, Kirchen oder andere Gebäude eingefügt. Aus den bis jetzt bekannten Angeben über die Denkmäler dieser Periode kann man schließen, dass sich Rab unten Keiser Antonius im 2. und 3. Jh. am stärksten entwickelte. Obwohl das Christentum in Dalmatien schon im 1. Jh. bekannt wurde, ist belegt, dass es erst nach dem Edikt von Mailand, im Jahre 313, mehr Zugkraft gewinnen konnte. Auch Rab bekam einen Bischof.
Schon im Jahre 476 zerfiel das römische Westreich, aber erst 493 kam Rab wie auch ganz Dalmatien unten die Macht des Königs der Ostgoten, Theoderich, und während seiner dreißig Jahre dauernden Herrschaft gelangte des Reich zu einer ähnlichen Blüte wie zuvor zur Zeit der ersten römischen Keiser. Dalmatien fiel nach dem Niedergang des ostgotischen Reiches und der Wiederherstellung der Keisermacht in Italien (544) zum ersten Mal, wenn auch nur für kurze Zeit, unten Herrschaft von Byzanz.